07er-Merkblätter fürs Ausland
Seit die Bundesregierung bekannt gegeben hat, daß die Anerkennung des roten Sammlerkennzeichens ausschließlich Sache des Einreiselandes ist und sie in
dieser Angelegenheit keine Rechtssicherheit herstellen wird, herrscht Unsicherheit unter den Oldtimerfreunden. Diese Unsicherheit wird durch negative Erfahrungen des ein oder anderen Oldtimerfahrers im Ausland noch verstärkt. Bislang liegt der Initiative nur aus der Schweiz ein Schriftstück vor, welches ausdrücklich und unmissverständlich belegt, daß die Schweiz unsere „07er“ anerkennt. Ein erster Ansatz, doch viel zu wenig, um sich auch bei der Einreise in andere europäische Länder ein wenig sicherer zu fühlen. Sprachbarrieren fördern nicht immer den Dialog mit einheimischen Ordnungshütern, so daß in einer derartigen Situation ein erklärendes
Schriftstück, welches man kurzerhand aus dem Handschuhfach nehmen und dem Polizisten in die Hand geben kann, sinnvoll wäre.
Ein solches Schriftstück hat die Initiative Kulturgut Mobilität e.V. nun aufgesetzt und bislang in vier Sprachen übersetzen lassen. Je auf englisch, französisch, italienisch und niederländisch wird dem skeptischen Polizeibeamten der Sinn und Zweck unseres 07er-Kennzeichens erklärt. Die Übersetzung auf polnisch ist in Arbeit und wird vermutlich noch im Laufe dieser Woche, spätestens aber nächste Woche ebenfalls zur Verfügung stehen.
Für lediglich 24EUR/Jahr kann man als Einzelperson der Initiative beitreten. Die Initiative Kulturgut Mobilität e.V ist eine unabhängige, nichtkommerzielle Interessensvertretung der Oldtimerszene. Sie setzt sich für den Erhalt des historischen mobilen Erbes und der Teilnahme von Oldtimern am Straßenverkehr ohne jegliche staatliche Restriktionen ein. Dies muß unser aller Ziel sein! Bürokratieabbau, statt neue Hürden zu schaffen, lautet die Devise.
H-Kennzeichen
Dies leitet nahtlos in ein weiteres, momentan in Internetforen diskutiertes Thema über: Der FIVA-Paß! Seit in der Januar-Ausgabe 2009 der Motor-Klassik auf Seite 9 der kleine Passus „Die Fahrzeugpässe der FIVA, im Fachjargon ID-Cards, werden in der Schweiz bereits als Zulassungsdokument für Oldtimer benutzt.“ zu lesen ist, wächst die Furcht vieler Oldtimerfahrer, der Paß könne nun doch als Zulassungskriterium auch in Deutschland eingesetzt werden. Ich hoffe sehr, daß diese Furcht unbegründet ist. Es ist sattsam bekannt, daß man auf FIVA-A- und –B-Veranstaltungen einen FIVA-Paß zur Teilnahme benötigt. In diesem Falle hat der Teilnehmer jedoch selbst die
Wahl, sich einen solchen ausstellen zu lassen. Dies beeinträchtigt nicht die weitere Ausübung des Hobbys, bzw. stellt den Oldtimerfahrer ohne Teilnahmeambitionen nicht vor ein neues bürokratisches Hindernis und finanzielle Mehrbelastung. Als zusätzliches Zulassungsdokument neben der H-Abnahme ist der Paß in Deutschland daher überflüssig. Erst wenn durch den Einsatz des Passes andere bürokratische Hürden fallen (z.B. vorstehend genannte H-Abnahme), ist dieses Thema diskutabel. Wir werden die Entwicklung weiter beobachten und berichten.
2.Nachricht
07er-Merkblätter fürs Ausland – Nachtrag!
Aufgrund zahlreicher Anfragen, die per E-Mail seit Erscheinen des letzten Rundschreibens eingegangen sind, haben wir uns entschlossen, die Merkblätter für das 07er-Kennzeichen im Ausland für alle Interessierten freizugeben und nicht nur auf Mitglieder zu beschränken.
Sie finden die Merkblätter auf der Homepage <http://www.kulturgut-mobilitaet.de/> http://www.kulturgut-mobilitaet.de im Bereich "Dokumente" -> "Verschiedenes" in der oberen Navigationsleiste.
Bitte beachten Sie, daß Sie vor Antritt der Fahrt mit der 07er ins Ausland unbedingt Ihre Versicherung fragen müssen, ob sie Schäden im Ausland abdeckt! Die Initiative übernimmt keinerlei Haftung, wenn es aufgrund fehlenden Versicherungsschutzes zu Rechtsstreitigkeiten kommt.
3.Nachricht
Das Jahr hat für einige Mitbürger nicht ganz so rosig begonnen. Zwar sind unsere automobilen Veteranen von den Fahrverboten in bundesdeutschen Umweltzonen befreit, doch die meisten unter uns besitzen und nutzen auch einen älteren Alltagswagen oder haben ihr Herz an einen Youngtimer verloren. Für diese sind seit 01.01.2009 an folgende Städte tabu: Augsburg, Bremen, Heilbronn, Herrenberg, Karlsruhe, Mühlacker, Pforzheim, Ulm, Neu-Ulm und Wuppertal. Hier heißt es nun ebenfalls 40EUR Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg, wenn man beim Fahren ohne Plakette erwischt wird. Ab 01.02., wenn der Bundesrat sein OK gegeben hat, wird auch der ruhende Verkehr kontrolliert. Dann darf man seinen plakettenlosen Wagen auch nicht im öffentlichen Parkraum abstellen.
Was in der o.g. Liste der neuen Städte mit Fahrverbotszone auffällt ist, daß die Mehrzahl in Baden-Württemberg liegt. Somit ist, die Dichte der Fahrverbotszonen betreffend, das „Ländle“ noch immer Spitzenreiter. In Sachen Vehemenz hat jedoch jemand ganz anderes den Baden-Württembergern den Rang abgelaufen: Niedersachsen – genauer gesagt, Hannover! Deren Stadtoberen haben nämlich beschlossen, seit 01.01.2009 alle Fahrzeuge aus der „Zone“ zu verbannen, die eine rote Plakette tragen. Damit nicht genug, ab 01.01.2010 wird dann die nächste Stufe der Feinstaubrakete gezündet. Dann stehen die Vehikel mit gelber Plakette vor der Tür und dürfen nicht mehr hinein. Dann werden über Nacht Fahrzeuge mit einem Durchschnittsalter von sechs Jahren praktisch wertlos.
Die nächste Umweltzone lauert bereits in Osnabrück. Nach langem Hin und Her wurde beschlossen, die dortige Luft schlagartig ab 01.10.2009 verbessern zu
wollen.
Ich hatte im letzten Rundschreiben angedeutet, in Kürze unser 07er-Merkblatt auch auf polnisch anbieten zu wollen. Ich darf, nicht ohne ein wenig Stolz, nun mitteilen, daß die polnische Übersetzung vorliegt und auf unserer Internetseite http://www.kulturgut-mobilitaet.de/ Dokumente -> Verschiedenes, zum Herunterladen bereit steht. Daß die Entscheidung, ein solches Merkblatt aufzusetzen, goldrichtig war, beweisen die sehr hohen Zugriffszahlen. Ich
bin zuversichtlich, daß die Initiative in Bälde auch eine tschechische Übersetzung anbieten kann. Sollte sich jemand unter Ihnen befinden, der unser Merkblatt in weitere Sprachen übersetzen kann, würde ich mich über eine Rückmeldung sehr freuen.
In der Hoffnung, Sie auf den anstehenden beiden Messen „Retro-Classics“ und Techno-Classica“ persönlich auf dem Stand der Initiative treffen zu dürfen.